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Gedanken im Traueralltag

Lock up
Endlich wieder einkaufen gehen, bei einem Cappuccino auf der Terrasse des Lieblingscafes im Freien sitzen mit Freunden. Nach Wochen der gesellschaftlichen Enthaltsamkeit kann das Leben wieder Fahrt aufnehmen. Auch bei Begräbnissen gibt es momentan nur mehr die Einschränkung der FFP2 Maske und die Anzahl der Trauergäste ist nicht mehr reduziert.
Wie schwer war die Zeit, in der nur die engste Familie Abschied nehmen durfte. Viele mussten in Krankenhäusern und Altenheimen oft alleine sterben. Durch Videoübertragungen versuchte man die Freunde   und Verwandten teilhaben zu lassen. Trotz modernster Technik ist das Gefühl von Verbundenheit nur sehr eingeschränkt möglich gewesen. Es geht noch nicht mal darum, dass man diese Floskel sagt, ‚herzliches Beileid‘, sondern dass man sieht, dass Menschen da sind, dass man diese vielfältigen Zeichen erlebt, eine Hand auf der Schulter, ein liebevoller Blick in die Augen, es muss ja in diesen Zeiten kein Händedruck und keine Umarmung sein. Abstand halten war das Gebot der Stunde. Durch die große Ansteckungsgefahr war das nötig, auch wenn uns der Gedanke an die Einsamkeit der Sterbenden das Herz bricht. Nähe schaffen und sich gleichzeitig an die Abstandsregeln halten, das haben wir versucht umzusetzen.Auch während des Abschieds und der Trauerfeier mussten die Abstandsregeln eingehalten werden. Trotzdem konnte man in diesem schweren Moment in der Gemeinschaft Trost finden. Es tut in diesem traurigen Moment des Abschieds gut, Geschichten mit Ereignissen geschenkt zu bekommen, die andere mit dem Verstorbenen erlebt haben. Diese persönlichen Geschichten und liebevollen Gesten sind es, die uns Verbundenheit spüren lassen. Trauer braucht Gemeinschaft.

Der Lockdown hat auf der anderen Seite dazu geführt, dass viele Menschen zum ersten Mal in ihrem Leben die Chance hatten, inne zu halten und sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Auch das haben wir in den letzten Wochen immer wieder erlebt. Dass auf einmal mehr Zeit war, sich mit dem Tod und dem Abschied zu beschäftigen. Zeit zum Nachdenken, wie man gerne Abschied nehmen möchte. Wer diesen Moment der Ruhe nutzen kann, um über das Leben, das Sterben und den Tod nachzudenken, der kann etwas Positives aus dem Lockdown mitnehmen. Nachdenken über das eigene Ende führt fast immer dazu, Dinge im Leben zu verändern.

 

Der Herbst ist jene Zeit, in dem Trauer und Tod für kurze Zeit ins öffentliche Bewusstsein rücken.
Vor dem Fenster verregnete Herbststimmung, im Kalender die gewohnten Gedenktage (Allerheiligen, Allerseelen) und im Radio werden besinnliche Lieder gespielt.
Die Erinnerung an einen geliebten Menschen kann das ganze Leben lang weh tun
und uns bleibt oft nichts anderes übrig, als den Schmerz auszuhalten.
Die Trauer um die Partnerin, die Eltern oder einen geliebten Freund zu verdrängen,
ist die schlechteste Lösung.
Trauer ist Liebe. Nur wenn wir eine wirkliche Beziehung zu einem Menschen hatten,
empfinden wir Trauer.

Der Tod gehört zum Leben.
Wenn wir es zulassen, kann der Tod etwas in unserem Leben ändern.
Der Tod lässt uns spüren, dass unsere Lebenszeit begrenzt ist und macht sie damit wertvoll.
Immer wenn wir an einen Toten denken, schwingt die Tatsache der eigenen Endlichkeit mit.
Und deshalb steckt auch in traurigen Erinnerungen etwas Gutes.
Der graue November drückt die Stimmung.
Man kommt nicht so recht in Stimmung und ist mal nicht „gut drauf“.
Aber wo steht, dass wir ständig gut gelaunt durchs Leben gehen müssen.
Für uns gehören stille Momente der Besinnung, Traurigkeit und Trauer zum Leben dazu.

In unseren Cafes für die Seele versuchen wir Menschen in Trauer zusammen zu bringen.
Gemeinsam reden, weinen und lachen in gemütlicher Atmosphäre und ebenso dem Leben in der Trauer wieder einen Platz zu geben.

Leider können wir wegen Covit 19 auch heuer unsere Streicheleinheiten für die Seele
nicht abhalten, aber wir haben für Sie Folder mit Texten und Bildern vorbereitet,
die Sie gerne in unserem Haus der Bestattung abholen können.

Nehmen Sie sich auch Zeit unsere Jahresausstellung „es menschelt”
im Eingangsbereich unseres Hauses anzuschauen und lassen Sie dabei ihre Seele baumeln.
Gerne verwöhnen wir Sie dabei mit einer Tasse Kaffee.

Einen schönen Herbst wünscht Ihr Team vom Haus der BESTATTUNG PLOBERGER


Gedanken zu Corona

Uns geht’s allen gleich

Wenn unser neuer Alltag mit Schutzmaßnahmen, die für uns alle Einschränkungen bedeuten, organisiert ist, dann werden dunkle Momente kommen, in denen wir uns Gedanken über die Zukunft machen. Wie wird die Welt in vier Wochen aussehen? Bleiben wir gesund? Werden wir dann noch Jobs haben?

Niemand kann im Moment diese Fragen beantworten. Wir müssen in den nächsten Wochen lernen, mit großer Verunsicherung umzugehen. Die Generation, die den Krieg und die Nachkriegsjahre erlebt hat, gehört jetzt zu den Hochrisikogruppen. Viele Menschen über 70 wissen noch, wie es sich anfühlt, Unsicherheit und Bedrohung tragen zu müssen. Viele ältere Menschen sind im Moment erstaunlich gelassen. Sie wissen, dass wir fähig sind, Notsituationen zu überstehen.

Wir müssen jetzt zusammenhalten, uns solidarisch zeigen, Rücksicht aufeinander nehmen. Wir sind der Situation nicht hilflos ausgeliefert. Wir sind uns sicher, wir werden auf jede Frage eine Antwort finden.

Denn uns geht’s allen gleich!

Sollte der schlimmste aller Fälle eintreten, dann werden wir für Sie da sein. Wir werden dafür sorgen, dass Sie und Ihre Lieben in Würde Abschied nehmen können. Im Moment ist das nur im engsten Familienkreis noch möglich. Da Mobilität und Reisefreiheit wahrscheinlich weiter eingeschränkt werden und Veranstaltungen nur noch in einem sehr begrenzten Rahmen erlaubt sind (z.B. bleiben alle Kirchen geschlossen), filmen wir auf Wunsch Trauerfeiern und Beisetzungen und schaffen so für Familienangehörige und Freunde die Möglichkeit, an den Zeremonien Anteil zu nehmen.

Wenn die Situation sich wieder beruhigt hat, dann werden wir zu vertrauten Ritualen zurückkehren und die Toten als Gemeinschaft ehren, verabschieden und in guter Erinnerung behalten. Ein Friedhofskonzert zu Ehren unserer Toten haben wir in Planung und wir sind zuversichtlich, dass wir dieses im Spätsommer durchführen können.

Gemeinsam werden wir auch in schwierigen Zeiten für Sie gute Lösungen finden.

Wir sind da, wenn Sie uns brauchen.

Ihr Team vom Haus der BESTATTUNG PLOBERGER KG


Gedanken im Traueralltag

„DINGE, DIE STERBENDE AM MEISTEN BEREUEN“

Eine australische Krankenschwester betreute jahrelang todkranke Menschen. Wenn man die Patienten fragte, ob sie irgendetwas bereuten oder lieber anders gemacht hätten, dann nannten alle immer und immer wieder dieselben Dinge. Diese Aussagen hat Bronnie Ware in ihrem bekannten und interessanten Buch festgehalten.

Ganz oben auf der Liste findet sich genau die Aussage, die Menschen nach schweren Lebenskrisen so oft treffen: Ich hätte gerne den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben – und mich nicht von den Erwartungen anderer leiten lassen. Wer realisiert, dass sein Leben bald vorbei ist, stellt oft fest, wie viele Träume unerfüllt geblieben sind. Die zweite Aussage hören auch Ärzte und Psychologen immer wieder von Patienten, die Erfolg so lange als beruflichen Erfolg definieren, bis sie eines Tages erschöpft und überlastet nicht mehr funktionieren können: Ich hätte nich so hart arbeiten dürfen.Viele haben das Aufwachsen ihrer Kinder nur am Rande miterlebt, die eigenen und die Bedürfnisse ihres Partners hintangestellt, Freundschaften vernachlässigt – und bereuten am Ende, der Tretmühle des Berufslebens so viel Lebenszeit gewidmet zu haben. Es gibt so viele Menschen, die durchs Leben gehen und die meiste Zeit Dinge tun, von denen sie glauben, dass andere sie von ihnen erwarten und das spiegelt auch die dritte Aussage: Ich hätte den Mut haben sollen, meine Gefühle auszudrücken. Wer seine Gefühle unterdrückt, um den Erwartungen anderer zu entsprechen, vergibt die Chance, zu dem zu werden, was er hätte sein können. Auf dem nächsten Platz der Liste findet sich das Versäumnis der Verbindung mit anderen: Ich hätte mit meinen Freunden in Kontakt bleiben sollen. Erst am Sterbebett erinnern sich viele an den Wert von Freundschaft – doch dann waren die Freunde von früher häufig längst aus den Augen verloren und nicht mehr zu erreichen. Die Einsicht das Glück und Zufriedenheit das Ergebnis von Entscheidungen sind, hatten viele Patienten erst vor dem Tod vor Augen. Die vermeintlich gewohnte und bequeme Umgebung hatte sich auf ihren Körper und ihre Seele ausgewirkt, dabei hatten sie schlicht und einfach nur Angst vor Veränderung.

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